Kopf‑ und Gesichtsschmerzen – ein Schwerpunkt unserer Versorgung

Kopf‑ und Gesichtsschmerzen können den Alltag massiv beeinträchtigen: Konzentration, Arbeit, Familie, Freizeit – vieles ist erschwert oder gar nicht mehr möglich. Viele Betroffene haben schon zahlreiche Behandlungen ausprobiert, ohne dauerhaft gute Ergebnisse zu erzielen.
Im Zentrum für Schmerzmedizin Wolfenbüttel ist die Behandlung von Kopf‑ und Gesichtsschmerzen ein besonderer Schwerpunkt. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen Wege zu finden, Ihre Schmerzen zu lindern und Ihre Lebensqualität zu verbessern.


Welche Arten von Kopf‑ und Gesichtsschmerzen gibt es?

Kopf‑ und Gesichtsschmerzen sind sehr unterschiedlich. Häufige Formen sind zum Beispiel:


  • Migräne mit oder ohne Aura
  • Spannungskopfschmerzen
  • clusterartige Kopfschmerzen und andere seltenere Kopfschmerzformen
  • Gesichtsschmerzen, z. B. im Bereich der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur oder im Rahmen einer Trigeminusneuropathie
  • Mischformen, bei denen mehrere Schmerzarten gleichzeitig auftreten

Viele Faktoren können eine Rolle spielen, etwa:

  • Muskelverspannungen im Nacken‑, Schulter‑ und Kieferbereich
  • Stress, Schlafstörungen, Überlastung
  • hormonelle Einflüsse
  • bestimmte Medikamente oder deren Übergebrauch
  • Erkrankungen von Gelenken und Nerven

Unser Ansatz ist es, zunächst genau zu klären, um welche Schmerzform(en) es sich bei Ihnen handelt und welche Auslöser und Verstärker individuell eine Rolle spielen.


Wie behandeln wir Kopf‑ und Gesichtsschmerzen bei uns?

Die Behandlung erfolgt immer individuell und setzt in der Regel an mehreren Stellen gleichzeitig an. Dazu können – je nach Befund und in Abstimmung mit Ihnen – folgende Bausteine gehören:


  • ausführliche ärztliche Beratung und Schmerzaufklärung
  • Anpassung oder Neueinstellung einer medikamentösen Therapie, wie z.B. CGRP-Antikörper bei Migräne
  • Behandlung begleitender Faktoren (z. B. Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Stress)
  • physikalische und physiotherapeutische Maßnahmen
  • psychologische Schmerztherapie und Strategien zur Schmerzbewältigung

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Versorgung liegt in ausgewählten interventionellen und ergänzenden Verfahren, unter anderem:

  • Akupunktur
  • Botulinumtoxin‑Behandlung („Botox“) bei bestimmten Kopfschmerzformen
  • Axomera Therapie (ein spezielles Konzept zur Behandlung chronischer Schmerzen, insbesondere im Kopf‑/Gesichts‑ und Nackenbereich)

Welche Verfahren für Sie in Frage kommen, wird immer sorgfältig geprüft, individuell abgewogen und mit Ihnen ausführlich besprochen.

Akupunktur bei Kopf‑ und Gesichtsschmerzen

Die Akupunktur ist ein Verfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin, das in vielen Fällen ergänzend zur schulmedizinischen Schmerztherapie eingesetzt wird.
Mögliche Ziele der Akupunktur bei Kopf‑ und Gesichtsschmerzen sind:

  • Reduktion der Schmerzhäufigkeit und ‑intensität bei bestimmten Kopfschmerzformen (z. B. Migräne, Spannungskopfschmerz)
  • Verbesserung der Muskelentspannung, insbesondere im Nacken‑ und Kieferbereich
  • Förderung innerer Ruhe und Verbesserung des Schlafs

Wie läuft eine Akupunktur‑Behandlung ab?

  • Nach einer ausführlichen Anamnese werden individuell passende Punkte ausgewählt.
  • Feine Nadeln werden an bestimmten Stellen der Haut gesetzt.
  • Meist sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Tagen bis Wochen sinnvoll.

Die Wirksamkeit kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Eine Garantie auf einen bestimmten Erfolg kann – wie bei anderen Behandlungen auch – nicht gegeben werden.
Akupunktur wird bei uns nur dort eingesetzt, wo sie medizinisch sinnvoll erscheint und in ein Gesamtkonzept eingebettet ist.

Botulinumtoxin („Botox“) bei chronischen Kopfschmerzen

Botulinumtoxin, umgangssprachlich oft „Botox“ genannt, ist ein gut untersuchtes Medikament, das unter anderem zur Behandlung bestimmter chronischer Kopfschmerzformen eingesetzt werden kann, insbesondere bei:

  • chronischer Migräne (Kopfschmerzen an ≥ 15 Tagen pro Monat, davon ≥ 8 Tage mit Migränezeichen)

Ziel der Behandlung ist, die Häufigkeit und Stärke der Attacken zu reduzieren.
Wie wird Botulinumtoxin angewendet?

  • In festgelegten Abständen (meist alle 12 Wochen) werden kleine Mengen des Medikaments an bestimmte Muskelbereiche von Kopf und Nacken gespritzt.
  • Das Medikament wirkt auf die Nerven‑Muskel‑Übertragung und kann so dazu beitragen, die Schmerzverarbeitung zu beeinflussen.
  • Die Behandlung erfolgt nach etablierten Therapieschemata und unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen.

Wichtig ist:

  • Botulinumtoxin kommt nicht für alle Formen von Kopfschmerzen in Frage, sondern nur für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit klar definierten Krankheitsbildern.
  • Vor Beginn prüfen wir sorgfältig, ob die Voraussetzungen in Ihrem Fall erfüllt sind und ob andere Behandlungsoptionen ausgeschöpft oder sinnvoll kombiniert werden sollten.
  • Über mögliche Risiken, Nebenwirkungen und Alternativen werden Sie vor einer Behandlung ausführlich aufgeklärt.

Auch hier gilt: Ein Erfolg kann nicht garantiert werden, aber viele Patientinnen und Patienten berichten – bei passender Indikation – über spürbare Verbesserungen.

Axomera – ein spezieller Ansatz

Die Axomera Therapie ist ein spezielles Konzept zur Behandlung chronischer Schmerzen, insbesondere im Bereich von Kopf, Gesicht, Nacken und Rücken. Sie ist ein Spezialbestandteil unseres Therapieangebots.
Im Mittelpunkt steht die Idee, dass chronische Schmerzen häufig mit einer dauerhaften Fehlaktivität von Nerven und der umgebenden Strukturen zusammenhängen. Ziel der Behandlung ist es, diese schmerzverstärkenden Prozesse zu beeinflussen und das Nervensystem „neu zu justieren“.
Mögliche Bestandteile können – je nach individuellem Konzept – sein:


  • gezielte manuelle Techniken
  • spezielle, auf die Nervenbahnen ausgerichtete Therapieansätze
  • Übungen zur Verbesserung von Körperwahrnehmung, Haltung und Bewegung
  • Strategien zur Reduktion von Schmerzverstärkung durch Stress und Anspannung

Die Axomera Therapie wird bei uns in ein multimodales Behandlungskonzept eingebettet und nur dort eingesetzt, wo sie nach unserer Einschätzung und Erfahrung sinnvoll erscheint.
Über Chancen, Grenzen und den geplanten Ablauf informieren wir Sie im Vorfeld ausführlich.



Was können Sie selbst tun – und wie unterstützen wir Sie?

Gerade bei Kopf‑ und Gesichtsschmerzen spielt Ihre eigene aktive Rolle eine wichtige Rolle. Wir unterstützen Sie dabei, unter anderem:


  • Ihre persönliche Schmerzform und Auslöser besser zu verstehen
  • mit Hilfe von Tagebüchern oder Apps einen Überblick über Häufigkeit, Auslöser und Verlauf zu gewinnen
  • Schritt für Schritt Verhaltens‑ und Lebensstilfaktoren (z. B. Schlaf, Stress, Bildschirmzeiten) anzupassen
  • Entspannungs‑ und Bewältigungsstrategien zu erlernen
  • realistische Ziele zu setzen (z. B. weniger Schmerztage pro Monat, bessere Konzentrationsfähigkeit, mehr Teilhabe am Alltag)

Wir begleiten Sie – medizinisch, therapeutisch und beratend –, damit Sie selbstbewusster und informierter mit Ihren Schmerzen umgehen können.


Wie geht es weiter, wenn Sie unter Kopf‑ oder Gesichtsschmerzen leiden?
Wenn Sie unter anhaltenden oder wiederkehrenden Kopf‑ oder Gesichtsschmerzen leiden, können Sie sich gerne an uns wenden!

 
 
 
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