Nerven-Schmerzen – hartnäckige Belastungen gezielt behandeln mit spezialisierten Verfahren
Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) fühlen sich oft anders an als „normale“ Schmerzen: brennend, stechend, elektrisch, einschießend oder mit Taubheits‑ und Kribbelgefühlen verbunden. Sie können nach Bandscheibenvorfällen, Operationen, Verletzungen, Diabetes, Gürtelrose oder anderen Nervenerkrankungen auftreten – manchmal auch ohne eindeutig sichtbaren Auslöser.
Im Zentrum für Schmerzmedizin Wolfenbüttel haben wir uns besonders auf die Diagnostik und Behandlung von Nervenschmerzen spezialisiert. Ein Schwerpunkt sind dabei unsere hochpräzisen Injektionstherapien, die in dieser Form in der Region einzigartig sind.
Typische Merkmale sind z. B.:
- brennende, stechende oder „stromstoßartige“ Schmerzen
- Missempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen, Taubheit
- Berührungsempfindlichkeit (schon leichte Reize tun weh)
- Schmerzen entlang eines Nervenverlaufs (z. B. Bein, Arm, Gesicht)
Ursachen können u. a. sein:
- Bandscheibenvorfälle / Einengung von Nervenwurzeln
- Nervenverletzungen nach Operationen oder Unfällen
- Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen
- Gürtelrose (Herpes Zoster) und Post-Zoster-Neuralgie
- Nervenengpasssyndrome (z. B. Karpaltunnelsyndrom, Peronaeusläsion)
Wichtig ist eine sorgfältige Diagnostik: Gespräch, körperliche Untersuchung, Sonographie, Sichtung von MRT-/CT-Bildern und Berichten, ggf. zusätzliche Untersuchungen in Zusammenarbeit mit Neurologie oder Neurochirurgie.
Wir kombinieren – je nach Situation – verschiedene Bausteine:
- medikamentöse Schmerztherapie (einschließlich spezieller Medikamente für Nervenschmerzen)
- lokale Behandlungsoptionen testen
- hochpräzise Injektionstherapien an Nerven, Nervenwurzeln oder kleinen Gelenken
- bei ausgewählten Fällen Botulinumtoxin („Botox“)
- physio‑ und bewegungstherapeutische Maßnahmen
- psychologische Schmerztherapie / Schmerzbewältigung
- bei Bedarf stationäre multimodale Schmerztherapie im Klinikum Wolfenbüttel
- in Kooperation mit der Unfallchirurgischen Klinik: Implantation von Nerven‑/Rückenmarkstimulatoren (Neurostimulation)
Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Reizweiterleitung in den Nerven zu beruhigen und Ihre Funktionsfähigkeit im Alltag zu verbessern.
Ein Kernbereich unserer Expertise sind zielgenaue, ultraschallgesteuerte Injektionen an:
- Nervenwurzeln (z. B. bei radikulären Schmerzen nach Bandscheibenvorfall)
- kleinen Wirbelgelenken
- Nervenengpässen und peripheren Nerven
Diese Injektionen werden mit hoher Präzision durchgeführt und sind in dieser Form ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Region.
Mögliche Ziele:
- akute Schmerzreduktion
- Entzündungshemmung in der unmittelbaren Umgebung des Nervens
- Funktionsverbesserung und Ermöglichung von Bewegungstherapie
- Entscheidungshilfe: Wie stark spricht der Schmerz auf eine gezielte Behandlung an?
Welche Art der Injektion für Sie sinnvoll ist, wird individuell entschieden und im Vorfeld ausführlich mit Ihnen besprochen.
Botulinumtoxin (umgangssprachlich „Botox“) wird nicht nur bei Migräne, sondern in bestimmten Fällen auch bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt, z. B.:
- ausgewählte Gesichtsschmerzen / neuralgiforme Schmerzen
- muskelbedingte Verspannungszustände mit Nervenbeteiligung
Ziele:
- Verringerung der Schmerzintensität
- Entspannung überaktiver Muskeln, die Nerven zusätzlich reizen
- Verbesserung der Funktion (z. B. Kauen, Kopfhaltung)
Die Anwendung erfolgt in kleinen, gezielten Injektionen in bestimmte Muskel- oder Schmerzareale. Ob Botulinumtoxin in Ihrem Fall geeignet ist, entscheiden wir individuell nach medizinischen Kriterien und aktuellen Empfehlungen.
Bei schweren, therapieresistenten Nervenschmerzen kann eine Neuromodulation / Neurostimulation in Frage kommen. Dabei werden in Kooperation mit der Unfallchirurgie des Klinikums Wolfenbüttel z. B.:
- Rückenmarkstimulatoren (SCS, Spinal Cord Stimulation) oder
- periphere Nervenstimulatoren
implantiert. Diese Systeme geben gezielte elektrische Impulse ab, um die Schmerzverarbeitung im Nervensystem zu beeinflussen.
Nervenschmerzen beeinflussen häufig:
- Schlaf
- Stimmung und Antrieb
- Beweglichkeit
- Beruf und Alltag
Darum gehören zu unserem Konzept auch:
- psychologische Schmerztherapie (Umgang mit Schmerz, Ängsten, Erschöpfung)
- Entspannungsverfahren
- Schulungen, damit Sie besser verstehen, was Ihre Nervenschmerzen bedeuten – und was nicht
Bei ausgeprägten und langanhaltenden Nervenschmerzen kann eine stationäre multimodale Schmerztherapie besonders sinnvoll sein: Dort bündeln wir Schmerzmedizin, interdisziplinäre Diagnostik, Physio‑/Bewegungstherapie, Psychologie und ergänzende Verfahren in einem intensiven Behandlungsprogramm.
Wie geht es weiter?
Wenn Sie unter anhaltenden oder starken Nervenschmerzen leiden – zum Beispiel nach Bandscheibenvorfall, Operation, Verletzung, Gürtelrose oder bei unklaren brennenden, stechenden Schmerzen – können Sie sich gerne an uns wenden. Auf Grund der häufig massiven Belastung heben wir hierfür Notfalltermine eingerichtet.