Hochpräzise sonografie-gesteuerte Injektionen

Bei vielen Schmerzen spielen Nerven eine entscheidende Rolle. Werden sie gereizt, eingeengt oder verletzt, können sie starke Beschwerden verursachen. Mit einer hochpräzisen, sonografie-gesteuerten Behandlung lassen sich solche Nervenschmerzen gezielt und schonend beeinflussen.

    Warum präzise Injektionen?

    Eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung (Sonografie) zeigt Nerven, Gefäße und umliegendes Gewebe in Echtzeit. Dadurch lässt sich die Spitze der Nadel millimetergenau platzieren. Dies erfolgt zunächst zur Diagnostik (1.), um den Verdacht auf Nervenbeteiligung auszuschließen oder zu bestätigen. Im zweiten Fall können sich Therapieoptionen (2.) ergeben.

    Vorteile:
  • Zielgenaue Behandlung direkt am betroffenen Nerv
  • Schonung von Gefäßen und anderen Strukturen
  • Diagnostik von Nervenveränderungen
  • Sehr geringe Medikamentenmenge nötig
  • Weniger Nebenwirkungen
  • Schneller Wirkungseintritt
  • Gute Steuerbarkeit und Wiederholbarkeit
  • Reduktion von Tabletteneinahmen

Sonographie des N. tibialis (Durchmesser ca. 9mm) nach Injektion von ca. 1,5 ml LA

Das Medikamenten (gelb) umhüllt den Nerven (lila)


Mononeuropathie vs. Polyneuropathie

Mononeuropathie bedeutet: Ein einzelner Nerv ist betroffen, z.B. durch ein Engpass- und Kompressionssyndrom, Verletzung, Erkrankung und Operationen.

Beispiele:

  • Karpaltunnelsyndrom (Medianusneuropathie)
  • Ulnarisreizung am Ellenbogen
  • Ischiasreizung und Radikulopathien (durch z.B. Bandscheibenschäden)
  • Tarsaltunnelsyndrom
  • Meralgia Parästhestika
  • Morton-Metatarsalgie 
  • Nervenschäden nach Leisteneingriffen oder Arthroskopien und weitere Operationen
  • Nervus occipitalis Neuralgie als Beteiligung bei Kopfschmerzen am Hinterkopf, Migräne, Cluster


Polyneuropathie bedeutet: Viele Nerven sind gleichzeitig geschädigt.
Häufig durch Stoffwechselerkrankungen, Alkohol, Chemotherapie oder chronische Entzündungen.
Für die Therapie ist es wichtig zu wissen, ob der Schmerz von einem klar begrenzten Nerv oder von vielen Nerven ausgeht.

Was sind Nervenschmerzen?

Nervenschmerz (neuropathischer Schmerz) entsteht durch eine Schädigung oder Störung des Nervengewebes. Der Nerv sendet dann fehlerhafte Signale. Das Gehirn interpretiert diese Signale als Schmerz.

Typische Beschwerden sind:

  • Brennen
  • Stechen
  • Elektrisierende Schmerzen, Blitzeinschläge
  • Taubheit
  • Missempfindungen (Parästhesien)
  • Überempfindlichkeit bei Berührung (Allodynie)
Wenn solche Symptome bestehen, ist eine Beteiligung eines Nervs sehr wahrscheinlich.


Welche Medikamente werden eingesetzt?

Lokalanästhetika
Blockieren vorübergehend die Weiterleitung von Schmerzsignalen.
Sie beruhigen den gereizten Nerv und können den Fehlersignal-Kreislauf durchbrechen.

Cortison (Glukokortikoid) (off-label)
Wirkt stark entzündungshemmend.
Reduziert die Schwellung und Reizung des Nervs.

Botulinumtoxin (off-label)
Hemmung überaktiver Nervenendigungen.
Kann Schmerzen senken, Muskelverspannungen lösen und langfristige Besserung bringen. Die Wirkung ist nach unseren Erfahrungen sehr gut und über mehrere Monate andauernd.

Vorteil gegenüber systemischen Medikamenten
Viele Patienten erhalten Medikamente wie:

  • Pregabalin
  • Gabapentin
  • Antiepileptika
  • Antidepressiva
  • Opiate (Opioide)

Diese Medikamente wirken im ganzen Körper (systemisch). Dadurch entstehen häufig Nebenwirkungen: Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Gewichtszunahme oder Abhängigkeitspotenzial (bei Opiaten).
Die sonografiegesteuerte Behandlung wirkt lokal am Schmerzort.
Der Rest des Körpers bleibt weitgehend unbelastet.
Das macht die Therapie meist verträglicher und effizienter.

Für wen eignet sich die Methode?

  • Patienten mit klar lokalisiertem Nervenschmerz oder dem Verdacht einer Nervenbeteiligung
  • Einengungen oder Reizungen einzelner Nerven
  • Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen
  • Triggerpunkte mit möglicher Nervenbeteiligung
  • Entzündungen oder Schwellungen an Nerven
  • Nervenerkrankungen, Neurome etc.
  • Kopfschmerzen, wie Migräne oder Clusterkopfschmerz


 
 
 
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